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Skihelme – auf welche Technologien sollte man beim Kauf achten?

Wurde man vor einigen Jahren noch belächelt, wenn man einen Skihelm trug, dient er heute nicht nur als guter Kopfschutz, sondern wird mehr und mehr auch ein modisches Accessoire. Heute tragen in den österreichischen und deutschen Alpen viel mehr Personen einen Skihelm, als noch vor ein paar Jahren. Es finden sich nicht viele Skifahrer, die ohne Helm unterwegs sind.

Dies kann als enormer Fortschritt in Bezug auf die Sicherheit betrachtet werden, da sich 85 Prozent aller Kopfverletzungen, die beim Skifahren passieren können, durch das Tragen eines Helms vermeiden oder zumindest vermindern lassen. Insbesondere Kinder sollten einen Skihelm tragen, da das Risiko einer Kopfverletzung dadurch um 59 Prozent sinkt.

Die Frage, ob man einen Skihelm tragen soll, sollte sich hiermit erledigt haben. Was du nun vor dir hast, ist die Wahl des passenden Skihelms. In diesem Blogbeitrag stelle ich dir verschiedene Technologien vor, anhand derer Skihelme hergestellt werden. Auch die jeweiligen Vor- und Nachteile werde ich dir im Folgenden aufzeigen.

Die Entwicklung des Skihelms

Die Entwicklung von Skihelmen hat sich extrem schnell vollzogen. War bis vor einigen Jahren die Nachfrage noch sehr überschaubar, mussten Hersteller in den letzten Jahren bei der Entwicklung von neuen Skihelmen schnell sein. Kaum ein anderes Produkt in der Sportartikel-Branche wurde innerhalb kurzer Zeit so gefragt. Vor allem beim Komfort und beim Design hat sich in sehr kurzer Zeit unglaublich viel getan – aber auch bei den verschiedenen Herstellungsweisen von Skihelmen wurde viel verändert.

Sicherheit

Ein guter Helm muss nicht viel kosten. ADAC zeigte bei einem Test, dass Helme, die um einiges weniger kosteten als andere Helmmodelle, in der Kategorie Sicherheit besser abschneiden konnten.

Skihelm Wassermelone SicherheitInzwischen schneiden die meisten Skihelme, die hergestellt werden, relativ gut ab, wenn sie auf ihre Sicherheit getestet werden. Grundsätzlich ist beim Kauf eines Skihelms darauf zu achten, dass er mit der Norm CE EN 1077 gekennzeichnet ist – diese Kennzeichnung garantiert, dass der Helm nach spezifischen Kriterien geprüft worden ist und dieser Überprüfung auch standgehalten hat. Nur wenn dein Helm über diese Norm verfügt, kannst du dir sicher sein, dass du bestmöglich geschützt auf den Skipisten unterwegs bist.

Um den bestmöglichen Schutz zu haben, solltest du natürlich darauf achten, dass dir der Helm passt. Ein einfacher Test im Sportgeschäft deiner Wahl kann dir die korrekte Größe für den Skihelm liefern. Er sollte nicht verrutschen und allgemein ein angenehmes und sicheres Tragegefühl bieten.

Skihelme der Klasse A und der Klasse B

Grundsätzlich werden Skihelme in Klasse A und Klasse B Helme eingeteilt. Skihelme der Klasse A sind dabei Vollschalenhelme, Skihelme der Klasse B entsprechen Halbschalenhelmen.

Vollschalenhelme schützen sowohl den Kopf-, als auch den Ohren- und Schläfenbereich. Helme dieser Bauart müssen also die Kopfoberseite, die Kopfseiten und die Ohren vollständig bedecken. Skihelme der Klasse B sind meiste Helme mit abnehmbaren Ohrpads, welche dadurch besser belüftet werden. Die meisten Hobbyskifahrer kaufen sich einen Klasse B Skihelm, Rennskifahrer tendieren eher zum Kauf von Klasse A Skihelmen, da diese noch besser vor einem starken Aufprall schützen und auch das Eindringen von spitzen Gegenständen aus einer weiteren Entfernung als Klasse B Helme überstehen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Klasse A Skihelme einen größeren Bereich des Kopfes schützen und eine höhere Durchdringungsfestigkeit vorweisen, Klasse B Skihelme dafür eine bessere Belüftung besitzen und einen besseren Hörkontakt zur Umwelt ermöglichen.

KLASSE A – Vollschalenhelm

Beispiel Klasse A
KLASSE B – Halbschalenhelm

Beispiel Klasse B

Material von Skihelmen

Die jeweiligen Hersteller entscheiden, aus welchem Material ein Skihelm gefertigt wird. Bei etwas günstigeren Modellen wird die Außenschale meist durch ein Spritzgussverfahren aus Kunststoffen wie zum Beispiel ABS oder Polykarbonat hergestellt. Dabei besteht die Innenschale oft aus EPS-Hartschaum. Teurere Skihelme sind oft dadurch gekennzeichnet, dass die Außenschale aus Carbon oder Fiberglas besteht, wobei sich der höhere Preis auf die doch recht aufwendige Verarbeitung dieses Materials erklären lässt. Die unterschiedlichen Materialien werden im Folgenden kurz erklärt.

Thermoplaste

Thermoplaste werden beim Skihelmbau am häufigsten benutzt. ABS und Polycarbonat zählen zu den Thermoplasten, sie kommen häufig bei etwas preiswerteren Skihelmen zum Einsatz. Thermoplasten verfügen über eine sehr gute Schlagfestigkeit, die bei Stürzen sehr wichtig sein kann. Ein Nachteil von Skihelmen aus Thermoplasten-Material ist, dass der Helm mit den Jahren an Festigkeit verliert – er sollte also alle 3 bis 4 Jahre durch einen neuen Helm ausgetauscht werden.

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Fiberglas

Preislich anspruchsvollere Skihelme werden oft aus Fiberglas hergestellt. Diese Helme zeichnen sich durch ihre Langlebigkeit sowie ihre ausgezeichneten technischen Aspekte aus. Durch die Glasfasern kann das Material Stoßkräfte sehr gut aufnehmen und absorbieren. Das Fiberglas hält dabei viel größeren Belastungen stand als zum Beispiel ein Helm aus Plastikmaterial.

Carbon

Carbon ist das High-Tech-Material für Skihelme. Die Carbonfasern aus Kohlenstoff werden mit einer Harzmatrix verbunden, sie sind sehr fest und auch dehnstabil, wodurch sie sehr leicht sind und extrem gute Schutzeigenschaften aufweisen. Carbonhelme sind trotz des geringen Gewichts lange haltbar, sie werden insbesondere auch beim Skirennsport eingesetzt.

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Bei den teureren Modellen ist die Widerstandskraft sowie die Lebensdauer des Helms um einiges höher als bei Skihelmen aus Kunststoff. Auch werden hier immer wieder neue Sicherheitstechniken entwickelt. So kombiniert zum Beispiel das in Schweden entwickelte System MIPS zueinander bewegliche Innen- und Außenschalen, die durch das Zusammenwirken Aufprallkräfte ableiten und absorbieren können.

Mehr über das MIPS System erfahren

Verschiedenen Technologien von Skihelmen

Bei der Herstellung von Skihelmen kommt echter High-Tech zum Einsatz. Die Hersteller von Skihelmen machen sich immer wieder aufs Neue Gedanken darüber, welche Technologien Skihelme noch sicherer und widerstandsfähiger machen. Ein Skihelm besteht aus einer stabilen Außenschale und einem stabilen Kern, welcher Erschütterungen abmildert. Grundsätzlich wird zwischen drei Technologien unterschieden: der Hardshell-Technologie, der In-Mold-Technologie sowie der Hybrid Technologie.

Hardshell-Technologie

Diese Technologie ermöglicht es, dass sich die Schlagenergie auf den gesamten Skihelm verteilt. Die Außenschale, welche aus Hartplastik oder Carbon besteht, wird getrennt von der Innenschale, welche aus EPS-Schaum besteht, hergestellt und erst später durch ein Verfahren, wie zum Beispiel das Verkleben, miteinander verbunden. Dadurch kann der Hersteller zwischen den beiden Schalen ein Belüftungssystem integrieren, oder auch ein zusätzliches Gitter anbringen, welches für noch mehr Schutz sorgt. Vorteile von Hardshell-Helmen sind jedenfalls die sehr gute Belüftung sowie die Robustheit und die gute Dämpfung. Ein Nachteil ist der doch recht ansehnliche Preis und das meist schwere Gewicht des Helms.

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In-Mold-Technologie

Hier besteht der Skihelm aus einer Außenschale aus Polycarbonat sowie einer Innenschale aus EPS-Schaum. Die Schalen werden unter Druck und bei großer Hitze miteinander verschweißt und sind dadurch stabil verbunden. Helme, die die In-Mold-Technologie aufweisen, sind gleichzeitig robust und leicht, daher sind sie bei Skifahreren auch sehr beliebt. Vorteile dieser Herstellungsart sind zum Beispiel der geringe Preis und das geringe Gewicht. Als Nachteil wird die schlechte Belüftung beschrieben.

Hybrid-Technologie

Bei der Hybrid-Technologie wird der obere Helmteil aus einer Hartschale gefertigt, der untere Teil wird im leichteren In-Mold-Verfahren hergestellt. Dadurch verbindet diese Technologie die positiven Eigenschaften von In-Mold- und Hardshell-Technologie. Die Hybrid-Technologie ist zwar noch nicht sehr verbreitet, findet aber immer mehr Anklang.

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Zusammengefasst: Unterschiedliche Technologien bieten unterschiedliche Vorteile

Je nachdem, auf welche Vorteile du besonders Wert legst oder auch wofür du deinen Skihelm einsetzt, kannst du dich für eine Herstellungsart entscheiden.

Vollschalenhelme aus Carbon werden zum Beispiel vermehrt bei Skirennen, also beim Rennsport eingesetzt. Hobbyskihelme beziehungsweise Halbschalenhelme werden meist aus Thermoplaste hergestellt, preislich etwas teurere Hobbyskihelme aus Fiberglas.

Die Techniken der Hardshell-Herstellung, der In-Mold-Herstellung sowie der Hybrid-Herstellung bieten dir sowohl Vor- als auch Nachteile. Je nachdem, was für dich wichtig ist, kannst du dich für eine Technologie deines Skihelms entscheiden.

Von | 2018-02-02T08:40:42+00:00 September 4th, 2017|Kategorien: Reviews, Skifahren|Tags: , , |2 Kommentare

Über den Autor:

Im Internet ist Marius bekannt als Ski-Alpin Ausbilder, der auf YouTube eine seiner größten Leidenschaften in Videoform darstellt. Sein Interesse und Wissen geht dabei weit über den Skisport hinaus: Er nimmt sein Leben im Beruf, Sport und mit besonderen Reisen selbst in die Hand!

2 Kommentare

  1. Johanna 12. September 2017 um 21:18 Uhr - Antworten

    Hihi, wenn Du weiter solche Produktempfehlungen machst mit den passenden Fotos kannst du deine HP in „Marius Quast looking at things“ umbenennen 😉
    Ich selbst liebe aber übrigens meinen Hybrid-Helm, da dieser einer seit langem ist, der mir keine Kopfschmerzen beschert!

    • marius 13. September 2017 um 18:01 Uhr - Antworten

      Hahah – guter Vorschlag Johanna! Ich gucke mir die Sachen gaaaanz genau an. Nächstes mal darf es dann auch mal wieder ein Lächeln sein.

      Gut von deiner Lösung mit dem Hybrid Helm zu hören. Ist eventuell auch interessant für weitere Leser hier! Viele Grüße nach Berlin.

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