Was ein bisschen klingt wie eine Metal-Band ist eines der Event-Highlights im Skigebiet Mayrhofen. Dabei handelt es sich um einen Staffel-Wettbewerb mit vier Disziplinen, an dem ich in diesem Jahr zum ersten Mal teilnehmen werde. Auch wenn die Stimmung schon vor dem Beginn des sportlichen Events wirklich rockt, muss ich zugeben, ich bin ziemlich nervös. Denn die Konkurrenz sieht aus als hätten sie nicht vor, es mir leicht zu machen.

Der sportliche Ablauf beim RISE&FALL Mayrhofen

Begonnen wird das Event mit einem Massenstart der Skitourengeher, die sich den Berg hinaufarbeiten. Oben angekommen übergeben sie an Paraglider, die dann hinunterfliegen in die Wechselzone an der Ahornbahn. Danach folgt der Einsatz der Mountainbiker, die den Berg wieder hinauf müssen. Spätestens hier wird wohl deutlich, wie der Event-Name RISE&FALL entstanden ist.

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Mein YouTube Video zum Erlebnis

Im letzten Schritt kommt dann mein Einsatz, denn sobald der Mountainbiker mich abgeklatscht hat, muss ich die Skipiste so schnell wie möglich im Riesenslalom hinunterfahren. Weil das aber noch nicht reicht, müssen die Skifahrer am Ende noch über einen Berg von Schnee sowie ein Holzgerüst klettern und danach unter einem Hindernis hindurchkriechen. Zuletzt folgt nur noch der Sprint über die Ziellinie, mit brennenden Oberschenkeln und rasendem Herzschlag.

Unser Team beim Rise & Fall

Es wäre wohl zu viel erwartet, wenn wir auf einen der ersten Plätze hoffen würden, denn es sind zahlreiche Top-Athleten in Mayrhofen eingetroffen, um ihr Bestes zu geben. Aber trotzdem sind wir hochmotiviert und wollen an unsere sportlichen Grenzen gehen – und wenn es sein muss, auch darüber hinaus. Zum Team gehören neben mir Johanna, Sepp und Fabio. Johanna übernimmt für uns den Skitouren-Part und war vor zwei Jahren schon einmal bei dem Event dabei. Sie weiß daher vor allem, dass es beim Start ordentlich zur Sache geht, weil natürlich jeder eine gescheite Position finden will. Ihr Motto ist: Durchbeissen und das Brennen der Lungen einfach einmal kurzzeitig ignorieren.

Nach Johanna wird dann Sepp dran sein, der nach dem ersten Rise mit dem Gleitschirm für den ersten Fall zuständig sein wird. Er muss nach dem Abklatschen mit Johanna noch einige Meter hochlaufen, dann sicher in die Luft kommen und möglichst schnell im Tal in der Wechselzone landen. Dort heißt es wieder, einige Meter laufen, bevor er an Fabio mit dem Mountainbike übergibt. Die körperliche Herausforderung für Sepp wird sicher sein, auf dem Schnee beim Laufen möglichst schnell vorwärts zu kommen. Ein rasender Puls ist da schon einmal sicher. Und auch beim Wechsel im Tal, wenn der Körper reines Adrenalin pumpt, kommt es besonders darauf an, keinen Fehler zu machen.

An der dritten Station, beim Mountainbiken, wartet dann Fabio. Auf seinem eigenen Youtube-Kanal geht es sonst üblicherweise mit Sprüngen und Tricks eher bergab, heute muss er allerdings bergauf ran und wird das sicher sehr schnell in den Oberschenkeln merken. Wie Johanna hat auch Fabio schon Erfahrungen beim RISE&FALL gemacht, war im vergangenen Jahr dabei, hat aber erst wenige Tage vorher erfahren, dass er für jemanden einspringen muss. Für ein Training war dann keine Zeit mehr und dementsprechend stand die Lunge auch in Flammen.

Warten in der Wechselzone

15 Minuten vor dem Startschuss stehe ich oben am Berg in der Wechselzone und warte, dass es losgeht. Ich kann fühlen, wie es in den Sportlern brodelt, während sie sich auf die gleich zu liefernde Höchstleistung vorbereiten. Die Paraglider bekommen noch kurz ein Briefing und um Punkt 13 Uhr startet Rise & Fall 2019 in Mayrhofen und wir sind mittendrin.

Während ich noch warte, kämpft sich Johanna schon mit allem, was sie hat, den Berg hinauf und schlägt mit letzter Kraft der Sepp ab. Danach bricht sie völlig entkräftet im Schnee zusammen. Sepp spurtet los, überholt bergauf noch einige Konkurrenten, stürzt aber leider bei seinem ersten Startversuch, was wertvolle Zeit kostet. Aber er schafft es, sich wieder aufzuraffen und schwebt hinunter ins Tal, Fabio entgegen. Mit dem Gleitschirm hinter sich, rennt er zur Wechselzone und muss sich danach auch erst einmal hinlegen.

Fabio kämpft derweil mit der Technik, denn nach den ersten Metern bergauf ist die Kette von seinem Mountainbike abgefallen und er versucht nun in Windeseile, das Problem zu beheben, um weiter zu fahren. Leider ist es ihm nicht gelungen, es komplett zu beheben, sodass besonders die leichten Gänge immer noch haken – ein Albtraum bergauf.

Dann steige ich in die Ski, oben ist der Kurs angenehm einfach gesteckt. Ich kann aber nicht volle Geschwindigkeit fahren, weil sich auf der Strecke schon viele Kuhlen und Eis gebildet haben. Auf dem Steilhang ist es nur Rutschen, nicht Carven. Nach der Zielgeraden muss ich die Skier möglichst schnell loswerden und noch die Hindernisse mit Klettern und Kriechen bewältigen. Ich schaffe es über die Ziellinie und bin völlig fertig.

Danach heißt es erstmal, meine erschöpften Team-Kollegen wiederzufinden, die überall verstreut am Berg herumliegen und immer noch nach Atem ringen.

Die Frage der Fragen: Auch welchem Platz sind wir gelandet?

Nach der Rücksprache mit den einzelnen Kollegen, wie es gelaufen ist, habe ich wirklich gar keine Ahnung mehr, wie ich unsere Platzierung einschätzen soll. Schließlich erfahren wir: Von 79 teilnehmenden Teams sind wir auf Platz 49 gelandet. In meiner Disziplin Ski-Abfahrt bin ich auf Platz 45. Beides also sehr solides Mittelfeld. Ich bin mit dem Ergebnis sogar sehr zufrieden. Immerhin war es ja auch mein allererstes Rise & Fall Event und ich weiß, dass in unserem gesamten Team jeder sein Bestes gegeben hat. Und das ist schließlich, was zählt.

Alle Ergebnisse findest du auch auf der Website von RISE&FALL: https://www.riseandfall.at/